Gestern war ein einmaliger Tag in der bisherigen Geschichte des Internets. Tausende populäre Webseiten streikten für einen Tag*. Allen voran das englische Wikipedia. Die Websites waren nicht erreichbar, bzw. eine schwarze Seite gegen PIPA und SOPA.
Trotz PR-Gegenmassnahmen kann man sagen, dass die Gegner einen deutlichen Erfolg zu verbuchen haben. Bereits am selben Tag liefen US-Abgeordnete zu den Gegnern über und bekundeten dies mitunter auf Social-Media Kanälen.
Doch um was geht’s genau? Das folgende Video erklärt dies auf kurze und einfache Art und Weise:
Es ist ein Kampf der Giganten: Auf der einen Seite Hollywood und die Musikindustrie und auf der anderen Seite Silicon Valley mit all den Internet-Firmen. Für Hollywood geht es um viel Geld und für die andere Seite oft um die eigene Existenz (sogar Riesen wie eBay, YouTube oder Facebook) oder um Prinzipien (Wikipedia).
Für den amerikanischen Bürger geht es aber um weit mehr als Raubkobien und Urheberrecht. Es geht da um die Freiheit im Internet. Mit dem Gesetzesentwurf wird die Zensur legalisiert und in extremo die Basis für ein “China-ähnliches” System gelegt. Gerichte entscheiden über die Erreichbarkeit von Information, entscheiden über Urheber und Information. Bereits heute befinden wir uns alle in einem medialen Gefägnis, doch das Internet ist das Fenster zur Welt. Mit SOPA/PIPA wird das Gitter im Fenster also punktuell verkleinert.
Geht die USA in diese Richtung, dauert es nicht lange, bis gewisse Bewegungen in Europa auf diesen Zug aufspringen. Deshalb sollten wir uns auch hier dem Thema annehmen. Ich staune deshalb, wieso die Schweizer Medien sich erst mit dem 24h-Streik von Wikipedia der Sache annahmen. Diesbezüglich, danke Mr. Wales!
Jegliche Zensur und die staatliche Überwachung des Internets sind eine Bedrohung für die Meinungsfreiheit, Fortschritt und Frieden.
* Mozilla, Craigslist, Minecraft, Failblog, etc.
