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Keine Würze in der Radiolandschaft Schweiz

Tuesday, September 22nd, 2009

Rezept für ein Schweizer Radiosender im UKW-Netz

Zutaten

  • Mind. 1 nerviger Moderator oder 1 penetrant klingende Moderatorin
  • 4 Tüten Schweizer Charts, wenn möglich Top10
  • 1 Bündel Evergreens
  • 1 grosser Shaker
  • 2-3 unreife Spiel-Shows
  • evt. 1 Möchtegern-Komiker

Und so geht’s

  • Man nehme ein nervigen Moderator und setze diesen in ein Studio
  • Richten Sie nun die Webcam auf ihn und reichen Sie ein Mikrofon
  • Man nehme nun den grossen Shaker zur Hand und fülle diesen mit den vier Tüten Swiss Charts
  • Anschliessend nimmt man das Bündel Evergreens und entfernt dies, falls nötig, von Song-Perlen (bleiben einige hangen ist dies nicht weiter schlimm)
  • Man füge die Evergreens nun zu den Swiss Charts
  • Nehmen Sie nun die unreifen Spiel-Shows und winden Sie sie über dem Abfluss aus bis jegliche Spannung herausgetropft ist
  • Schneiden Sie die Spiel-Shows in Scheiben, damit einige Scheibchen später regelmässig wieder eingeblendet werden können
  • Fügen Sie die restlichen Scheibchen zur klebrigen Masse im Shaker
  • Kosten Sie. Falls die Mischung aufstösst, ist sie perfekt
  • Ansonsten fügen Sie unvorsichtig einen Möchtegern-Komiker hinzu
  • Guten Appetit

Tipp: Wenn möglich lauwarm servieren.

Radio Energy verliert die Konzession und darf nicht mehr UKW senden. An diese Stelle tritt Radio1, das Schwainski Kind mit Zielgruppe “Erwachsene”. Die Radiolandschaft Schweiz (ich spreche vom UKW-Netz) wird um ein Mainstream-Radio gebracht. Zum Glück.

Dazu möchte ich eigentlich nur eins sagen: “Liebe Energy-Fans, hört DRS3 oder Radio24 oder Radio Pilatus oder was auch immer. Es ist ja genau dieselbe Laier.”

Leider kann ich es nicht bei dem Einen belassen und deshalb jammer ich weiter. Tagtäglich sitze ich mit Kopfhörern an meinem Bürotisch und höre MP3s, im Auto schalte ich nur um xx.00 oder ab 18:00 Uhr auf FM um, da ich es wirklich satt habe. Ich habe es satt, täglich mehrmals dieselben Songs zu hören. Ich habe es satt, der nervigen und ach so gut gelaunten Moderatorin zuzuhören. Ich habe es satt, fünf-sechs mal das Review vom 7-Uhr-Spiel zu hören. Ich habe es satt, den ganzen Politiker-Imitatoren ausweichen zu müssen. Ich habe das UKW-Tagesprogramm mehr als SATT!!!

Deshalb freut es mich, dass einer dieser Mainstream-Kanäle nicht länger UKW senden darf. Ob Radio1 nun gut oder schlecht ist, auch darüber lässt sich streiten. Doch es beginnt eine Differenzierung gegenüber den anderen Sendern. Ich spreche noch immer vom redundanten Tagesprogramm (Abends gibt’s wirklich tolle Sachen auf DRS3).

Hinweis zum Post: Ich sass vor und während dem Schreiben dieses Posts ohne Kopfhörer am Arbeitsplatz und unterlag einem plötzlichen Anfall von Schreibwut ausgelöst vom dritten mal “Gives you hell” von einer Band namens “The All-American Rejects”. Sorry. Aber wer hört sich so einen Scheiss an! 3x pro Tag?!?!?

Und nun möchte ich einmal mehr Neil Young danken, der es immer wieder schafft, mich in solchen Situationen zu beruhigen.

20 Minuten – Review von heute

Friday, September 11th, 2009

Ich kann’s nicht lassen und muss wieder meine Meinung loswerden. Ich beschäftige mich beinahe jeden Morgen mit dem Durchblättern der “20 Minuten”. Heute gab es einen überraschenden, einen erfreulichen und einen fragwürdigen Artikel.

1. Der Überraschende: Medwedw hat Eier!
Der russische Präsident Medwedew kritisiert öffentlich sein Land. Ich dachte, ich hab mich verlesen. Kritik aus dem Kreml und erst noch vom Präsidenten! Dass ich das erlebe. Speziell auch, dass er dies gleich in verschiedenen Bereichen tut und auch Beispiele nennt:

  • Erniedrigende Rohstoffabhängigkeit
  • Zurückgebliebene Wirtschaft
  • Schwache Demokratie
  • Korruption
  • Passivität
  • Trunkenheit

Die Kolumne «Vorwärts Russland!»wurde in der russischen Tageszeitung Gazeta.ru publiziert. Einer der wichtigsten Punkte war die «niedrige Qualität der öffentlichen Diskussion, einschliesslich kritischer Reaktionen». Speziell die letzte Aussage kann mitunter auch als Angriff auf Vorgänger Putin interpretiert werden. Putin, der striktes Vorgehen gegenüber Kritik zuliess und Regierungskritiker wie Kasparow vor Gericht zog. Aber siehe da: Medwedew scheint sich endlich auch etwas zuzutrauen und überrascht mich heute positiv. Möglich, dass man von dieser Stellungnahme noch in einigen Jahren sprechen wird.

2. Der Erfreuliche: Opel mit Chancen zur Besserung
Ich habe mich immer gefragt, wieso ausgerechnet Opel mit den grössten Problem aller deutschen Automarken zu kämpfen hat. Opel steht im Preis-/Leistungsvergleich der Deutschen, meiner Meinung nach (und ich bin bei Trost keiner, der was von Autos und Technik versteht), am besten da steht. Der Opel Corsa ist wohl noch immer das meistverkaufte Kleinauto. Der Vectra und der Astra sind sicherlich auch stark. Auch im Bereich der Mini-Vans und Transportfahrzeuge ist Opel sicher ein wichtiger Player. Deshalb frag ich mich noch immer, wieso es zur Krise kam. GM?

Heute stand in der 20 Min, dass der Autoteilezulieferer Magna und dessen russischer Partner Sberbank 55 Prozent der Aktien übernehmen. GM behält deren 35 Prozent. Eine erfreuliche Nachricht. Leider sollen aber auch 10’000 Arbeitsplätze abgebaut werden, wenn damit aber 40’000 andere gesicher werden, ist dies doch sicherlich auch eine gute Nachricht.

3. Der Fragwürdige: iPod Nano 5G mit Kamera
Leider ist der Bericht auf 20min nicht online, deshalb der von engadget.com. Apple gibt an der Keynote bekannt, dass neben dem grössen Display und dem FM Radio neu eine Kamera den iPod Nano schmücken. Die ersten beiden Neuerungen sind natürlich super. Aber hey, wer zum Teufel braucht ne Kamera an seinem iPod? Schade um den Aufpreis und den benötigten Platz!