Oder so ähnlich könnte es aus den Mündern nationaler, internationaler und selbsternannten Kulturschaffenden klingen und mir kommt beinahe das Kotzen. Ich erinnere mich zu gerne an folgenden Satz, welcher Rolf Lissy in der Arena vom 2. Oktober 2009 wörtlich von sich gab: “(…) Es geschah im gegenseitigen Einverständnis. Ich würde noch weiter gehen: Sie hat ihn verführt. (…)”
Bilder einer beinahe weinenden Nadja Schildknecht (Veranstalterin des Zürcher Filmfestivals) wurden eben wieder im TV gezeigt und bringen mein Bauch zum brodeln. Wie naiv muss man sein? Mir kommen eben noch die Ochsenknecht-Teenies in den Sinn, wie sie mit “Free Polanski”-Plakaten posieren und die eigene Dummheit der ganzen Welt präsentieren. “Kunstschaffende” sammeln Unterschriften für die Freilassung und sind empört über das Geschehene. Ich könnte mitweinen.
Eben habe ich einen ausführlichen Artikel von Alice Schwarzer gefunden. Den Link findet ihr nach dem folgenden Ausschnitt: “Was ist der Unterschied zwischen einem (unbekannten) Priester und einem (bekannten) Filmregisseur? Wenn ein Priester nach Jahrzehnten – endlich – zur Rechenschaft gezogen wird wegen Missbrauchs und Vergewaltigung Minderjähriger, dann sind alle zufrieden. Wenn ein Filmregisseur wie Roman Polanski, der eingestandenermaßen eine 13-Jährige mehrfach vergewaltigt hat – endlich – zur Rechenschaft gezogen wird, sind viele empört. Und die Schönen und Klugen aus Filmwelt, Intelligenzia und Politik lancieren Appelle des Stils: “Freiheit für Polanski”"
Wenn man den Artikel liest, kann man nicht verstehen, wie jemand diesen Mann verteidigen kann. Auf das politische Trara möchte ich gar nicht eingehen, da dies scheinbar weder mit Kalkül, noch mit klarer Linie von Statten geht.
Hier noch ein weiterer Artikel, der die Ereignisse von damals in etwas ruppigerer Form auf den Punkt gebracht hat: Polanski und die heuchlerischen arschlöcher
Aber hey, wenigstens in Gstaad ist er weiterhin willkommen …