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Guten Morgen, möchten Sie Drogen kaufen?

Monday, September 14th, 2009

Ja gerne, aber es muss billig und einfach zu kaufen sein.  Toll ist natürlich, wenn ich mir meinen Stoff auch noch legal kaufen und konsumieren kann. Aber sowas gibt’s natürlich nicht! Falsch. Unsere Medien geben einmal mehr die Antwort und klären auf.

Gestern im Sonntagsblick stand, dass im Moment ein riesen Nachfrage nach künstlichem Koffein besteht – vorallem an Unis. Der Wachmacher erhöht die Konzentration und lässt den Konsumenten den Schlaf vergessen. Das künstliche Koffein kann auch über die Nase eingenommen werden, was die Wirkung zudem verstärkt. Als Nebenwirkungen werden Panikattacken, Bewusstseinsstörungen, Krämpfe, Herz-Kreislauf-Kollaps genannt. Der Sonntagsblick erzählt uns gleich noch, dass man dies rezeptfrei in der Apotheke kaufen kann. 3.60 haben 10 Gramm gekostet. Ein Schnäppchen-Trip, der beinahe überall und einfach erhältlich ist. Danke, wusste ich alles nicht.

Darf man Drogen so bewerben? Der Konsum wird mit solchen Artikeln massive ansteigen. Ein Beispiel dafür war das Azteken-Salbei, was in der Schweiz bis dato wohl sehr unbekannt war. Blick nannte damals sogar noch die Webseite, wo man den Salbei bestellen kann. Einige Stunden später gab die Webseite bekannt, dass sie nicht mehr liefern können, da all ihre Vorräte bereits verkauft seien.

Wo endet die Aufklärung? Ist ein Medium nicht dazu verpflichtet, bei der Publikation solcher Themen das Thema ganzheitlich zu behandeln? In diesem Falle, wieso das Koffein rezeptfrei gekauft wird und ob dies Sinn macht? Wer braucht künstliches Koffein? Wer stellt es her und profitiert davon? In welchem gesellschaftlichen Kontext steht der Drogenkonsum? Fragen über Fragen und keine werden beantwortet. Was beantwortet wird, ist wo ich es kriege und was ich bezahle.

20 Minuten – Review von heute

Friday, September 11th, 2009

Ich kann’s nicht lassen und muss wieder meine Meinung loswerden. Ich beschäftige mich beinahe jeden Morgen mit dem Durchblättern der “20 Minuten”. Heute gab es einen überraschenden, einen erfreulichen und einen fragwürdigen Artikel.

1. Der Überraschende: Medwedw hat Eier!
Der russische Präsident Medwedew kritisiert öffentlich sein Land. Ich dachte, ich hab mich verlesen. Kritik aus dem Kreml und erst noch vom Präsidenten! Dass ich das erlebe. Speziell auch, dass er dies gleich in verschiedenen Bereichen tut und auch Beispiele nennt:

  • Erniedrigende Rohstoffabhängigkeit
  • Zurückgebliebene Wirtschaft
  • Schwache Demokratie
  • Korruption
  • Passivität
  • Trunkenheit

Die Kolumne «Vorwärts Russland!»wurde in der russischen Tageszeitung Gazeta.ru publiziert. Einer der wichtigsten Punkte war die «niedrige Qualität der öffentlichen Diskussion, einschliesslich kritischer Reaktionen». Speziell die letzte Aussage kann mitunter auch als Angriff auf Vorgänger Putin interpretiert werden. Putin, der striktes Vorgehen gegenüber Kritik zuliess und Regierungskritiker wie Kasparow vor Gericht zog. Aber siehe da: Medwedew scheint sich endlich auch etwas zuzutrauen und überrascht mich heute positiv. Möglich, dass man von dieser Stellungnahme noch in einigen Jahren sprechen wird.

2. Der Erfreuliche: Opel mit Chancen zur Besserung
Ich habe mich immer gefragt, wieso ausgerechnet Opel mit den grössten Problem aller deutschen Automarken zu kämpfen hat. Opel steht im Preis-/Leistungsvergleich der Deutschen, meiner Meinung nach (und ich bin bei Trost keiner, der was von Autos und Technik versteht), am besten da steht. Der Opel Corsa ist wohl noch immer das meistverkaufte Kleinauto. Der Vectra und der Astra sind sicherlich auch stark. Auch im Bereich der Mini-Vans und Transportfahrzeuge ist Opel sicher ein wichtiger Player. Deshalb frag ich mich noch immer, wieso es zur Krise kam. GM?

Heute stand in der 20 Min, dass der Autoteilezulieferer Magna und dessen russischer Partner Sberbank 55 Prozent der Aktien übernehmen. GM behält deren 35 Prozent. Eine erfreuliche Nachricht. Leider sollen aber auch 10’000 Arbeitsplätze abgebaut werden, wenn damit aber 40’000 andere gesicher werden, ist dies doch sicherlich auch eine gute Nachricht.

3. Der Fragwürdige: iPod Nano 5G mit Kamera
Leider ist der Bericht auf 20min nicht online, deshalb der von engadget.com. Apple gibt an der Keynote bekannt, dass neben dem grössen Display und dem FM Radio neu eine Kamera den iPod Nano schmücken. Die ersten beiden Neuerungen sind natürlich super. Aber hey, wer zum Teufel braucht ne Kamera an seinem iPod? Schade um den Aufpreis und den benötigten Platz!

Mediennutzung in der Schweiz

Tuesday, April 7th, 2009

Bin eben über den “Media Use Index 2009” auf dem website-marketing Blog gestolpert. Der Blog titelt “Internet ist das wichtigste Medium”, was ich eigentlich nicht anders erwartet hätte. Über Jung&Alt hinweg zeigt sich deutlich die Bedeutung des Internets, welches vor Tageszeitungen und TV steht.

Ganz im Stile von persoenlich dient der Brand als Aufhänger. Spannend ist der Unterschied der beiden Segmente in der Wahl der wichtigsten Marken. Erschreckend finde ich jedoch, dass die Wichtigkeit (nicht die Bekanntheit oder Nutzung) der Medien “Facebook”, “20 Minuten”, “Pro 7″ und Co. bei uns Jungen so hoch sein soll. Entweder wurde die Frage falsch interpretiert oder man erachtet Facebook wirklich als “wichtiger” als eine Tageszeitung, ein Newsportal oder eine Informationssendung am Radio (oder Podcast).

Für mich ist die Aussage auf Seite 9 die spannendste des zusammengefassten Berichts: “Der Crossmedia-Footprintder Medienmarken ist noch gering ausgeprägt. Der Bereich Mobile wächst auf tiefem Niveau.”
Als Beispiele wurden 20 Minuten, Blick, NZZ, Spiegel, bluewin und SF 1 herangezogen. Die Verteilung auf Print, Online, TV ist verständlicherweise dem Ursprung gemäss verteilt. Der Bereich “Mobile” ist jedoch bei allen tief. Ist “Mobile” nicht das im Moment am meisten gehypte “Medium”? Doch ist es. Und auch die Versprechen rund um das Medium sind hoch: Wachstum, Boom, etc. Wenn ich dann aber solche Zahlen sehe, muss man der Realität in’s Auge sehen. Mobile ist sicherlich ein Markt, aber noch immer nicht genügend ausgeprägt.
Überrascht über “wächst auf tiefem Niveau” bin ich auch deshalb, weil die CH-Anbieter die Surf-Pakete und Abos pushen und mittlerweile auch attraktive Angebote im Sortiment haben. Wenn ich mich im Zug oder Ausgang umsehe, dann sieht man überall iPhones&Co., doch nutzen tut sie scheinbar noch niemand. Eines zu haben, scheint noch nicht gleich eines zu benutzen.

Link: Zusammengefasster Bericht in Grafiken