Ja gerne, aber es muss billig und einfach zu kaufen sein. Toll ist natürlich, wenn ich mir meinen Stoff auch noch legal kaufen und konsumieren kann. Aber sowas gibt’s natürlich nicht! Falsch. Unsere Medien geben einmal mehr die Antwort und klären auf.
Gestern im Sonntagsblick stand, dass im Moment ein riesen Nachfrage nach künstlichem Koffein besteht – vorallem an Unis. Der Wachmacher erhöht die Konzentration und lässt den Konsumenten den Schlaf vergessen. Das künstliche Koffein kann auch über die Nase eingenommen werden, was die Wirkung zudem verstärkt. Als Nebenwirkungen werden Panikattacken, Bewusstseinsstörungen, Krämpfe, Herz-Kreislauf-Kollaps genannt. Der Sonntagsblick erzählt uns gleich noch, dass man dies rezeptfrei in der Apotheke kaufen kann. 3.60 haben 10 Gramm gekostet. Ein Schnäppchen-Trip, der beinahe überall und einfach erhältlich ist. Danke, wusste ich alles nicht.
Darf man Drogen so bewerben? Der Konsum wird mit solchen Artikeln massive ansteigen. Ein Beispiel dafür war das Azteken-Salbei, was in der Schweiz bis dato wohl sehr unbekannt war. Blick nannte damals sogar noch die Webseite, wo man den Salbei bestellen kann. Einige Stunden später gab die Webseite bekannt, dass sie nicht mehr liefern können, da all ihre Vorräte bereits verkauft seien.
Wo endet die Aufklärung? Ist ein Medium nicht dazu verpflichtet, bei der Publikation solcher Themen das Thema ganzheitlich zu behandeln? In diesem Falle, wieso das Koffein rezeptfrei gekauft wird und ob dies Sinn macht? Wer braucht künstliches Koffein? Wer stellt es her und profitiert davon? In welchem gesellschaftlichen Kontext steht der Drogenkonsum? Fragen über Fragen und keine werden beantwortet. Was beantwortet wird, ist wo ich es kriege und was ich bezahle.